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Die Ergänzungsschulen ergänzen das staatliche Schulwesen. Sie bedürfen keiner staatlichen Genehmigung. Lediglich ihr Betrieb muss bei der zuständigen Schulaufsichtsbehörde angezeigt werden. (sog. Anzeigepflicht von Ergänzungsschulen). Ergänzungsschulen bieten Schulformen und Unterrichtsinhalte an, die das staatliche Schulsystem gar nicht oder in der jeweiligen Form nicht kennt. In den meisten Bundesländern ist darüber hinaus das Rechtsinstitut der sog. staatlich anerkannten Ergänzungsschule eingeführt worden. Mit dieser Anerkennung erhält die Ergänzungsschule das Recht, Prüfungen nach von der Schulaufsicht genehmigten Prüfungsvorschriften abzuhalten. Teilweise ist auch in Ergänzungsschulen die Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht (Vollzeitschulpflicht) und Berufschulpflicht möglich.
Die Ergänzungsschulen sind nicht unmittelbar an die schulrechtlichen Vorschriften des Staates gebunden. Sie sind frei in der Aufnahme von Schülern auch für Seiteneinsteiger. Auch hier sind die Klassen meist erheblich kleiner als in staatlichen Schulen, da sie sich nicht an den Klassenteiler der Regelschulen halten müssen. So ergibt sich eine positivere Schüler-Lehrer-Relation. Dies ermöglicht neue methodisch-didaktische Wege zu gehen, z.B. durch begabungsgerechte Unterrichtsmethoden, Bildung von Leistungsschwerpunkten und Betreuung über die normale Schulzeit hinaus. Die meisten allgemein bildenden Ergänzungsschulen sind als Ganztagsschulen konzipiert und bieten den Schülern besondere Fördermöglichkeiten an, z.B. bei Hochbegabung, aber auch bei Teilleistungsstörungen, wie z.B. ADS, LRS usw. Individuell ausgerichtete Lehrpläne für speziellen Förderbedarf helfen den Schülern den Spaß am Lernen zu behalten ohne ihre ureigene Kreativität zu verlieren. Berufsbildende Ergänzungsschulen sind ein für Neuentwicklungen besonders prädestiniertes Feld. Gerade im Berufsbildungssektor ist Innovation von großer Bedeutung. Technische Fortschritte und Veränderungen stellen neue Anforderungen an die Berufstätigen. Darauf reagieren freie Ersatz- und Ergänzungsschulen oft schneller als der Staat und bilden Berufsnachwuchs aus, der diesen neuen Anforderungen gewachsen ist. Die Globalisierung der Wirtschaft erfordert sprachliche Fähigkeiten und interkulturelle Bildung. Die fortschreitende Informations- und Kommunikationstechnologie braucht Fachkräfte, die mit ihr sinnvoll und rationell umgehen können. Die Verzahnung vieler bislang getrennt betrachteter Bereiche wie Technik/Wirtschaft, Gesundheitswesen/Wirtschaft, Kunst und Kultur/Wirtschaft, Medizin/ Informationstechnologie - um nur ein paar Beispiele zu nennen - erfordern neue berufliche Qualifikationsprofile. Die Komplexität unseres modernen Lebens erfordert in zunehmendem Maße Beratungsfachkräfte auf den verschiedensten Gebieten (Recht, Finanzen, Gesundheit, Freizeitgestaltung).
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