| Der Jasager - Schul-Theater-Projekt der Montessori-Schule Greifswald |
| Montag, 16. Januar 2012 um 11:58 Uhr | |||
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„Wichtig zu lernen vor allem …“
![]() Mit Beginn des Schuljahres lernten wir zuerst die verschiedenen Arbeitsbereiche hinter den Kulissen kennen, von denen wir uns dann jeweils einen aussuchten, um ihn bei unseren Proben durch praktische Arbeit zu vertiefen. Im September machten wir eine Probenfahrt nach Turow, bei der wir erste eigene Improvisationen und Szenen spielten. Zusammen mit Gregory Le Blanc versuchten wir Tänze einzustudieren. Das war anfangs ebenso wenig erfolgreich, wie die Versuche, Thermoskannen klingen zu lassen oder in einer großen Gruppe auch nur einen einzigen Satz zusammen und ganz natürlich zu sprechen.
Bis zum Probenbeginn im Januar übten wir oft im Unterricht, mit Plastikbechern, Steinen und Chinastäbchen Musik zu machen. Wir sprachen auch viel über Bräuche und Traditionen, ihre Wichtigkeit sowie Zwänge, die von der Gesellschaft ausgehen. Wir stellten fest, welchen Einfluss die Gesellschaft auf unsere Entscheidungen hat und welche Konsequenzen wir vielleicht ertragen müssen, wenn wir uns gegen sie stellen. Es wurden viele Fragen aufgeworfen und Diskussionen geführt. Langsam näherten wir uns der eigentlichen Dimension der Brecht’schen Texte. Ist der Knabe überhaupt der Jasager oder ist es sein Umfeld, welches für ihn diese lebenswichtige Entscheidung trifft? Hat er überhaupt die Möglichkeit, mit „ nein“ zu antworten? An einem Probenwochenende im November versuchten wir erstmals, alle Teilbereiche zusammenzufügen. Erstaunen machte sich breit, als wir bemerkten, dass Brechts Text mit Rhythmus und Bewegungen echt cool sein konnte. Aber es wurde auch umso deutlicher, was wir noch vor uns hatten. Im Dezember entstand unser eigener Teil des Theaterabends auf dem Papier. Hierin verarbeiteten wir unsere Ängste, Zweifel und Vorstellungen. Indem wir die Grundidee Brechts in eine uns vertraute Situation versetzten, schlugen wir eine Brücke zwischen dem alten Text und unserem heutigen Alltag. So vorbereitet gingen wir im Januar in die Probenphase. An langen Tagen spielten, tanzten und stompten wir, fügten immer wieder Teile zusammen und – was sicher zu den prägendsten Erlebnissen gehört – sprangen sowohl als Gruppe als auch als Individuen über große Schatten. Inzwischen macht es sogar Spaß, mit Bürsten und Rohren einen Rhythmus herzustellen oder mit fast 30 Leuten synchron zu sprechen und zu tanzen.
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